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Mittwoch, 3. Juni 2015

Tintenwelt - Tintenblut

Der zweite Teil des Buches spielt sich in der Tintenwelt ab. Meggie, nun mit Vater UND Mutter vereint, kann nicht aufhören, sich die Geschichten über die Welt hinter den Buchseiten anzuhören. Sie packt eine Sehnsucht, die sie ihren Eltern nicht erklären kann. Mo ist natürlich dagegen, weil er schon seine Frau Resa fast durch diese Welt verloren hatte, und Resa hat genug schlimme Dinge dort erlebt, die sie ihrer Tochter ersparen möchte.
Doch Meggie wäre nicht Resas Tochter, wenn sie nicht einen Weg finden könnte, selbst in das Buch einzutauchen. Dass Staubfinger bereits von Orpheus (einem selbsternannten Schüler des Buchautors Fenoglio) hinübergelesen wurde und Farid ihm natürlich nachlaufen möchte, kommt Meggie da absolut gelegen.
Während Meggie und Farid in der Tintenwelt ihre eigenen Erfahrungen machen, versuchen Mo und Resa ihr hinterher zu jagen, um sie zu beschützen. Gemeinsam mit Basta und Mortola liest Orpheus die beiden hinüber und überlässt sie dort ihrem Schicksal mit den Gegnern.
Das Abenteuer in der Buchwelt verspricht turbulent zu werden. Erst wird Mo angeschossen, dann werden die beiden vom Natternkopf entführt und auf die Nachtburg gebracht. Meggie muss mit der Hilfe von Staubfinger und dem Schwarzen Prinzen versuchen, die beiden zu retten, bevor sie entgültig ohne Eltern da steht.

Diesen Teil habe ich fast noch mehr genossen, wenn man das überhaupt so sagen kann. Mein heimlicher Held Staubfinger wird ohne direkten Einfluss zur Hauptfigur erhoben. Denn diese Welt gehört ihm, er kennt sie in- und auswendig. Auch das Heranwachsen von Farid und Meggie zu beobachten, hat mich schier in freudiges Lächeln versetzt. Cornelia Funke schafft es in diesem Buch einmal mehr, den Leser auf eine Reise mitzunehmen. Es ist ein Jugendbuch mit auch teilweise ernsten Tönen, die keineswegs belehren wollen. Mir machte es Spaß, die Nachtburg in meinen Gedanken abzuschreiten. All die Gänge und Räume erschienen wie von selbst von meinem inneren Auge. Auch der Weglose Wald kam mir unheimlich vor.

Es passiert mir nur selten, dass ich den zweiten Teil besser finde, als den ersten. Aber bei diesem Werk kann ich nur sagen, dass Leser des ersten Buches bestimmt nicht enttäuscht sein werden.

Tintentod - Cornelia Funke
Taschenbuch, 736 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch, Hamburg.
ISBN: 978-3-8415-0013-7

Mittwoch, 15. April 2015

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Katniss, Peeta, Cato, Rue, Clove, Glimmer...all diese Personen haben eins gemein. Auch wenn sie dies anfangs nicht wissen, werden sie schon bald um ein vorherbestimmtes Schicksal kämpfen müssen.

Nachdem Natureinflüsse die Ordnung der Menschen zerstört haben und es zu einem Kampf um die letzte Nahrung kam, wurden die USA aufgeteilt in 13 Distrikte. Jedem Distrikt ist ein Wirtschaftszweig zugeteilt, damit jeder verschiedene Waren und Güter an die Hauptstadt "Das Kapitol" liefern kann. Nachdem allerdings ein Distrikt gegen die Willkür dieser Lebensart rebellierte (und leider versagte), wurden die Hungerspiele eingeführt, die jedes Jahr stattfinden. Jeder Distrikt soll diesen Spielen jeweils einen Jungen und ein Mädchen opfern, die dann im Folgenden gegeneinander für ihren Distrikt kämpfen. Das Kapitol möchte somit bewirken, dass sich die Menschen wieder demütig und dankbar zeigen und eben so eine Rebellion nicht noch einmal anzetteln. Doch es wird bereits am Anfang klar, dass diese Spiele mehr zu Belustigung der Menschheit dienen sollen, denn es wird auch im Fernsehen übertragen. Doch die Bevölkerung der Distrikte hat aufgrund der bereits zahlreichen Tode nichts zu lachen, sieht diesem Ereignis also mit Horror entgegen.

Das Buch setzt im Jahr der 75. Hungerspiele ein und wählt die oben genannten und noch weitere Kinder per Losverfahren aus. Die Protagonistin Katniss, selbst eine Zweiflerin am Regime vom Kapitol, sieht sich gezwungen, an den Spielen teilzunehmen, um ihre Schwester vor dem sicheren Tod zu bewahren. Glücklicherweise ist sie bereits in der Lage mit Pfeil und Bogen umzugehen, sodass sie sich bei den Spielen schnell durchsetzen kann. Das Tribut Peeta hingegen kommt aus einer Familie, die lediglich Brot backen kann, was ihm natürlich wenig nützt. Als Peeta und Katniss im Kapitol ankommen, sind sie beeindruckt aber auch gleichzeitig geschockt. Im Gegensatz zu ihrer Welt, die Grau und trostlos wirkt, strotzt diese Stadt vor Farben, Fröhlichkeit und Lebensfreude. Doch sehen beide auch, wie falsch und hinterhältig eben diese Welt ist. Katniss beschließt schnell, dass sie nicht mit sich spielen lässt und versucht mit allen Mitteln, die gesamte Kapitol-Welt zu empören. Peeta hingegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst unauffällig zu bleiben und zu versuchen, lebend durch die Spiele zu kommen. Aufgabe der Tribute ist es nun, zu Trainieren und Sponsoren zu finden, die sie während der Spiele begünstigen und vielleicht wichtige Hilfsmittel zukommen lassen könnten. Als dann der Tag kommt, beginnt der bittere Ernst und die Tribute, allesamt noch Kinder, kämpfen um ihr Leben und versuchen sich gegenseitig umzubringen. Doch die Frage bleibt, wer wird es schaffen?

Dieses Jugendbuch um eine dystopische Gesellschaft zeigt auf schockierende Weise, wie Menschen sich bei einem möglichen Ausfall der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verhalten könnten. Auch wenn ich mich dem Gedanken nicht entziehen konnte, dass diese Welt sich in bestimmten Punkten gar nicht mehr so weit von unserer unterscheidet, war ich doch froh, eine so starke Protagonistin wie Katniss zu erleben. Sie stellt sich in jeder Form mutig gegen das Kapitol und zeigt den Menschen dort, wie falsch dieses Handeln ist. Dadurch erntet sie natürlich zu Hause und in den anderen Distrikten unbewusst Zustimmung und Anhänger. Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, sich nicht von gesellschaftlichen Regeln, bedingungslos einnehmen zu lassen und allem blind zu folgen. Es gibt Hoffnung, dass auch in den dunkelsten Tagen nicht alles verloren ist.
Der Schreibstil ist absolut mitreißend, man kann sich schnell in das Buch hineinversetzen. Auch die Beschreibung der Charaktere gelingt sehr gut. Allerdings muss ich sagen, dass ich zuvor den Trailer zum Film gesehen habe und somit eine bildhafte Vorstellung der Charaktere vor Augen hatte. Dies tat dem Ganzen aber keinen Abbruch. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen für Leseratten, die sich mit alternativen und dystopischen Welten beschäftigen.

"Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" - Suzanne Collins
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch, Hamburg. 1. Auflage Oktober 2012
ISBN: 978-3-8415-0134-9

Montag, 13. April 2015

Das Lied von Eis und Feuer

Cover des ersten Bandes
Zum ersten Mal erfuhr ich von dieser Buchreihe, als im Fernsehen die Serie rauskam. Allein die Serie versprach viel, gab es doch verschiedene Handlungen, die offensichtlich erst einmal unabhängig voneinander aufgebaut werden mussten.

Handlungsort ist der Kontinent Westeros in einem alternativen Mittelalter. Verschiedene Familien, die Starks, die Baratheons und andere, versuchen ihre Ländereien kontinuierlich zu schützen und vielleicht ihre eigene Stellung im Land zu festigen. Gleichzeitig gibt es politische Unruhen, die einen ewigen Kampf um den eisernen Thron mit sich bringen. Interessant ist, dass die Buchreihe keine historischen Gegebenheiten aufgreift sondern den Fantasy-Faktor als großen Bestandteil mit den Charakteren vereint. Drachen, Eismenschen, Hexen und Aberglaube sind feste Bestandteile der Story.
Nachdem ich die Serie anfing, dachte ich mir, die Bücher zu lesen, sei mindestens ein Muss.

Leider habe ich diese Buchreihe nach den ersten 100 Seiten abbrechen müssen. Ich kam schlichtweg mit dem Schreibstil von George R.R. Martin nicht klar. Während die einzelnen Handlungsstränge in der Serie sehr gut dargestellt sind und schnell dazu auffordern, ein Lieblingsszenario zu haben, wirkt eben die gleiche Darstellungsform im Buch auf mich doch sehr hölzern. Mir fiel es schwer, mich in die Charaktere hineinzudenken, weshalb ich beschloss die Buchreihe wegzulegen. Vielleicht lese ich es ja doch noch einmal irgendwann, aber momentan sehe ich leider keinen Grund, warum die TV-Serie für mich nicht ausreichen könnte.

"Das Lied von Eis und Feuer" - George R.R. Martin
Fantasy-Saga
Verlag: Blanvalet Verlag, München.

Donnerstag, 12. März 2015

Feuer und Stein

Claire, eine Krankenschwester im Jahr 1945, macht einen unfreiwilligen Zeitsprung ins Jahr 1743 und lernt dort Jamie Fraser, Colum und Dougal MacKenzie und Geillis Duncan kennen. Während Claire sich an die Zeit, die Menschen und die Tatsache, dass sie einen Mann in ihrem Zeitalter zurücklassen musste, gewöhnt, macht sich der schottische MacKenzie-Clan darüber Gedanken, was es bedeutet, eine vermeintliche Spionin unter sich zu haben. So wird sie nach kurzer Zeit mit Jamie verheiratet und erlebt nun an seiner Seite hautnah die Auseinandersetzung zwischen dem anglikanischen England und dem katholischen Schottland. Auch auf die Gefahr hin, dass sie als Hexe bezeichnet wird, vertraut sie sich Jamie an und erzählt ihm nicht nur von dem Steinkreis, der offenbar ein Portal darstellt, sondern auch von zahlreichen Ereignissen, die noch eintreffen werden und von denen er ummittelbar betroffen ist. Während Claire immer wieder versucht und mit sich ringt, in ihr zeitliches Zuhause zurück zu kommen, ist sie doch gefesselt von dem Leben im 18. Jahrhundert. Was wird sie letzten Endes tun, wird sie zurückgehen oder wird sie bleiben?

Der Schreibstil von Diana Gabaldon ist sehr geradlinig. Sie schildert chronologisch, was Claire wiederfährt mit kleinen Zeitsprüngen nach vorne in den Geschehnissen. Manchmal fehlt es an kleinen Einschüben, die der Geschichte eine gewisse Würze verleihen könnten. Da hilft es auch nicht, dass die Handlung ausschließlich aus der Ich-Perspektive geschildert wird. Es fällt immer wieder schwer, nachzuvollziehen, warum Claire nicht mit allen Mitteln versucht, dem Ganzen zu entfliehen und sich stattdessen lieber in die Arme des starken und attraktiven Jamie flüchtet. Dennoch kommt einem beim Lesen zugute, dass die Charaktere sehr gut ausgebildet sind und keine Fragmente darstellen. So konnte ich mir Jamie immer wieder vor Augen führen (Haudegen und Jungspund) und entwickelte schon nach kurzer Zeit Sympathien für ihn. Auch bei Claire gelang die Charakterisierung sehr gut, obwohl ich so meine Schwierigkeiten hatte, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen.

Für Saga-Fans ist diese Buchreihe wahrscheinlich ein großer Genuss. Die einzelnen Orte, an denen die Charaktere Station machen, werden teilweise ausführlich beschrieben, sodass man schnell das Gefühl hat, in Schottland zu sein. Dennoch hoffe ich, dass die weiteren Bücher ein wenig spannendere Schilderungen innehaben, um den Lesefluss zu beschleunigen.

"Feuer und Stein" - Diana Gabaldon
Taschenbuch, 800 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag, München. Mai 2004
ISBN: 978-3-442-36105-2

Mittwoch, 12. März 2014

Die Auserwählten - Im Labyrinth

Alles ist Schwarz, um ihn herum nur Schwarz. Bis sich eine Luke in der Decke öffnet und ein paar Jungs ins Loch hineinschauen. Für Thomas beginnt sein neues, und scheinbar einziges, Abenteuer auf der sogenannten Lichtung. Auf dieser befinden sich zahlreiche andere Jungs, die sich ein Leben in dieser Gegend eingerichtet zu haben scheinen. Alle haben eines gemeinsam: sie haben keinerlei Erinnerungen an ihr früheres Leben, können sich lediglich an ihren Namen erinnern. Sie wissen nur, dass ihre einzige Aufgabe darin besteht, das Labyrinth (welches sich um die Lichtung entfaltet) zu durchqueren. Doch das scheint schier unmöglich, wie Thomas schon bald feststellen muss. Das Leben der Jungs und der Zusammenhalt untereinander wird auf eine harte Probe gestellt, als zuerst ein Mädchen auf der Lichtung ankommt und dann plötzlich nachts die Tore zum Labyrinth offen bleiben und somit die gefährlichen Griewer auf die Lichtung lockt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und so müssen sich die Jungs entscheiden, ob sie auf der sicheren Lichtung bleiben wollen oder den Sprung ins Ungewisse wagen.

James Dashner schafft es in dieser Buchreihe, eine neue Erfahrung für Leser zu schaffen. Wenn auch die Einführung von anderen Wörtern wie Strunk, Lichter und Griewer in den Sprachschatz der Charaktere ein wenig holzig wirkt, wird schnell klar, was er damit bezwecken will. Denn da die Jungs jegliche Erinnerung an Familie, Wohnort usw. verloren haben und sich somit komplett neu organisieren müssen, beginnen diese, ihre eigene Hierarchie und ihren eigenen Jargon aufzubauen. Es gefällt mir, dass die Erzählung aus der Ich-Perspektive von Thomas dargestellt wird, und der Leser somit auch nur das erfährt, was eben nur Thomas mitbekommen kann.

Gerade für Leser von dystopischen Stories ist dieses Buch empfehlenswert, da hier eine ganz neue Welt geschaffen wird, die durch die beschwingte Art und Weise der Schilderung zum Greifen nahe ist.

"Die Auserwählten - Im Labyrinth" - James Dashner
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag, Hamburg. Mai 2013
ISBN: 978-3-551-31231-0

Donnerstag, 29. August 2013

Tintenwelt - Tintenherz

Meggie ist ein kleines, aufgewecktes Mädchen, dass furchtbar gerne Bücher liest. Oder besser noch, sie verschlingt diese förmlich. Diese Leidenschaft scheint sie von ihrem Vater, mit dem sie alleine lebt, geerbt zu haben. Denn auch er hat unzählige Bücher überall zu liegen; auf und unter dem Tisch, im Flur, unterm Bett. Doch ihre heile Bücherwelt wird gewaltig durcheinander gebracht, als eines Nachts Staubfinger auftaucht und ihren Vater Mo um Hilfe bittet. Denn wie sich später herausstellt, hat Mo durch seine Vorlesekünste unbeabsichtigt eine ganze Reihe von Buchcharakteren zum Leben erweckt. Staubfinger ist einer davon. Während er wieder zurück in seine alte Welt möchte, in die er auch hingehört, gibt es genügend Gegenspieler (vor allem den Bösewicht Capricorn), der nicht nur in der realen Welt bleiben möchte, sondern auch durch Mo und seine Fähigkeit, Charaktere aus Büchern herauszulesen, weitere Lebewesen heraufbeschwören möchte. Das all dies böse endet, kann sich bestimmt jeder denken. Denn während Mo sich weigert, weiter aus dem Buch vorzulesen, erfährt Meggie, dass auch sie die Fähigkeit dazu hat und somit eine potenzielle Vorleserin für Capricorn und seine üblen Pläne darstellt.

Cornelia Funke schafft es, durch ihre durchaus bildlichen Beschreibungen, den Leser in diese Welt mitzunehmen. Doch auch die genaue Darstellung und Ausarbeitung der einzelnen Charaktere; allen voran Meggie, Mo, Staubfinger und Capricorn; tragen dazu bei, dass sich der Leser richtig in die Geschichte einfühlen kann. Was mir vor allem gefällt, ist die zweite Welt eines Buches, die in der realen Welt plötzlich zum Leben erweckt wird und so erschreckend real wirkt. Denn die Buchfiguren sind keine eben solche mehr, sondern entwickeln ein Eigenleben, dass an die reale Welt angepasst ist.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es sprüht förmlich vor Kreativität und Energie und reißt den Leser förmlich mit. Gerade für kleine Leseratten und Bücherwürmer ist dieser erste Teil der Tintenwelt-Trilogie ein Augenschmaus.

"Tintenherz" - Cornelia Funke
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch, Hamburg. 2.Auflage November 2010
ISBN: 978-3-8415-0012-0

Samstag, 6. Juli 2013

Eragon - Der Auftrag der Ältesten

Der zweite Band der Eragon-Reihe schließt in seiner Handlung direkt an "Das Vermächtnis der Drachenreiter" an. Die Schlacht um Tronjheim ist beendet und die Urgal konnten erfolgreich in die Flucht geschlagen werden. Doch schon kurze Zeit später muss sich Nasuada, Tochter des Ajihad, mit ihrer neuen Position als Anführerin über die Varden und Eragon mit dem Verlust seines Freundes Murtagh konfrontiert sehen. Es deutet alles darauf hin, dass ein Kampf gegen Galbatorix unausweichlich wird und deshalb machen sich die Varden auf den Weg nach Surda, um dort ein Bündnis mit dem dort herrschenden König Orrin einzugehen. Zur gleichen Zeit macht sich Eragon mit Saphira und Arya auf den Weg nach Ellesmera, um dort seine Ausbildung zum Drachenreiter zu beginnen. Langsam aber sicher lernen Drache und Reiter eins zu werden, was für die bevorstehende Schlacht unabdingbar ist. Dabei erfährt er unbeschreibliche Dinge und reift langsam zu einem Mann heran. Doch auch am anderen Ende von Alagaesia tobt ein Kampf; Roran gerät mit seinem Dorf zwischen die Fronten des Imperiums und dessen Suche nach Eragon und Saphira. Aus Verzweiflung sieht das Dorf keine andere Möglichkeit, als sich den Varden anzuschließen und langsam gegen Uru'baen vorzugehen.

Dieser Teil zeichnet sich durch die drei verschiedenen Handlungsstränge von Eragon, Nasuada und Roran aus. Alle drei stehen zu gleichen Teilen in dieser Geschichte und man merkt von Kapitel zu Kapitel, wie sich die Charaktere durch ihre Herausforderungen im Verlauf der Geschichte weiter entwickeln. Obwohl Eragon der vorrangige Hauptakteur zu sein scheint, nehmen auch die anderen beiden wichtige Rollen ein. Durch unterschiedliche Erzählweisen schafft es der Autor, den Charakteren Leben einzuhauchen und ihre Individualität herauszustellen. Einem Leser wir schnell klar, um wen es sich bei einer Personenangabe oder einer Beschreibung von Gefühlen handelt. Während Roran aus tiefster Liebe zu Katrina agiert und sein ganzes Dasein systematisch auf ein Leben mit ihr ausrichtet, entscheidet Eragon meist aus dem Bauch heraus. Er hat viele Fragen, die sein Lebensbild formen sollen. Nasuada als dritte treibende Kraft handelt vor allem rational, was aus dem frühen Ableben ihres Vaters basiert.

Auch dieser Teil ist durchaus lesenswert. Der Leser wird immer tiefer in die Welt von Eragon gezogen. Es fällt sehr leicht, sich an das Fantastische zu gewöhnen. Nach einer kurzen Weile schon beginnt man, zu glauben und sich in dieser Welt zu sehen. Durch anschauliche Erzählung und eine belebende Sprache kann man das Buch nur schwerlich weglegen und liest weiter und weiter.

"Eragon. Der Auftrag des Ältesten" - Christopher Paolini
Gebundenes Buch, 800 Seiten
Verlag: cbj Verlag, München. 1. limitierte Sonderausgabe 2009
ISBN:  978-3-570-12804-6

Donnerstag, 23. Mai 2013

Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter

Eragon wächst als einfacher Bauer in Carvahall auf. Dort lebt er mit seinem Onkel Garrow und seinem Cousin Roran. Ein einfaches und unauffälliges Leben im Schatten des Imperiums von Galbatorix. Doch all das ändert sich in einer Nacht, als er mal wieder im Buckel jagen geht. Denn dort findet er einen Stein, der sich später als Drachenei entpuppt, und nimmt diesen mit nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein Abenteuer für Eragon, der nach dem brutalen Mord an Garrow mit dem bereits geschlüpften Drachen und Brom, einem Geschichtenerzähler, fliehen muss. Auf dieser Flucht, die schon bald das konkrete Reiseziel "Farthen Dur" bekommt, wird nicht nur Eragon bewusst, was es heißt, einen Drachen zu besitzen, sondern auch dem Imperium. Denn dieses hat vor langer Zeit das Drachenreitertum zerstört und beginnt schon bald, sich vor dem möglichen Neubeginn dieser Zeit durch Eragon und seinem Drachen Saphira zu fürchten. Auf seinem Weg lernt er neue Freunde kennen, die mit ihm nach Farthen Dur eilen. Doch auch Feinde macht sich Eragon in dieser Zeit; Urgals, Ra'zac und ein Schatten versuchen, ihn zu vernichten, schaffen es jedoch nicht. Erst in der finalen Schlacht in Farthen Dur wird sich zeigen, wer den Kürzeren zieht und wer siegreich hervorgehen wird.

In diesem ersten Teil einer aus vier Büchern bestehenden Saga ist noch erkennbar, dass Paolini 15 Jahre jung war, als er die Geschichte niederschrieb. Viele Erklärungen und Beschreibungen muten noch sehr unbeholfen an, doch alles in allem ist es ein sehr gelungenes Buch aus dem Genre der Jugendbuchliteratur. Denn Paolini nimmt jeden, der sich für die Zeit des Lesens und Entdeckens entschieden hat, mit auf ein unvergessliches Abenteuer, welches offensichtlich nie aufzuhören scheint. Nach Eragons Flucht aus Carvahall lernt Eragon durch Brom seine Verantwortung als Drachenreiter sowie den Umgang mit Saphira. Doch diese kurze Lernphase wird immer wieder unterbrochen von Angriffen durch Urgals und das ständige Weiterziehen von Stadt zu Stadt. Somit hat man das Gefühl, dass Eragon nie rasten kann. Er ist immer in Bewegung, immer auf der Flucht und immer auf der Suche nach Antworten. Außerdem erhält man durch das ständige Umherstreifen von Eragon, Saphira und Brom das Gesamtbild des Imperiums kennen. Nicht nur die Landschaft und die einzelnen Städte werden eingehend beschrieben, auch die Menschen und der Einfluss von Galbatorix werden immer wieder aufgenommen. So schafft es Paolini, nicht nur eine Geschichte um einen Drachenreiter aufzubauen, sondern auch eben diese Geschichte in einen größeren Zusammenhang zu bringen.

Ohne große Umschweife würde ich das Buch und damit verbunden die anderen drei Bücher immer wieder weiter empfehlen. Ich selbst habe dieses Buch innerhalb von zwei Wochen durchgelesen (bei einer täglichen Lesezeit von 1h und 20 min) und konnte es kaum aus der Hand legen. Immer wieder wollte ich wissen, wie es weitergeht und vor allem, ob meine Vorahnungen in Bezug auf den Hauptcharakter und andere wichtige Personen richtig sind. Das Buch hat mich außerdem aufgrund meiner Zuneigung zu dem Phänomen "Drachen" immer wieder gefesselt. Gerade für Jugendliche ist dieses Buch äußerst interessant, ist es doch so geschrieben, dass man sich nicht nach zehn Seiten fragt, wovon eigentlich die Rede ist. Ich will damit nicht sagen, dass die Sprache einfach ist. Sie ist einfach nur auf das ausgelegt, was wichtig ist zur Vermittlung. Der Schreib- und somit Erzählstil lädt zum Lesen und Erleben ein.

"Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter" - Christopher Paolini
Gebundenes Buch, 608 Seiten
Verlag: cbj Verlag, München. 1. limitierte Sonderausgabe 2009
ISBN:  978-3-570-12803-9